Problemfall Solarleuchten

Nachtaktive Tiere können ohne die Dunkelheit nicht leben

Im Frühling und im Sommer wird wieder Werbung für Solarleuchten als Deko im Garten und zur Beleuchtung von Wegen und Balkonen gemacht. Da „Solar“ in Zeiten von Klimakrise und Krieg in der Ukraine noch sympathischer ist als bisher, werden sie auch rege gekauft und erhellen nachts Hof, Haus und Garten. Aus diesem Grund wendet sich der BUND-Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald (BUND) mit einem Appell an alle Haus- und Gartenbesitzer: „Wenn Sie Igel, Singvögel und Schmetterlinge lieben, dann verzichten Sie bitte auf die nächtliche Dauerbeleuchtung“, so Brigitte Heinz, Leiterin des von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg geförderten BUND-Projektes „Die Nachtretter“.

Die vermeintlich umweltfreundlichen Lampen, meistens kurzlebige Billigimporte aus China, tragen nämlich zunehmend zur Lichtverschmutzung bei. Das Licht raubt nachtaktiven ihren Lebensraum, tagaktiven Tieren wie unseren Singvögeln die Nachtruhe. Insekten werden in großer Zahl von den Lampen angezogen und umkreisen sie so lange bis sie verenden. „Während wir unsere Rollläden runterlassen können, können sich die Tiere nicht dagegen wehren, wenn wir die Nacht zum Tag machen. Dabei ist der Schutz der Nacht so einfach“, betont Heinz: „Licht nur einschalten, wenn es wirklich gebraucht wird, nur dorthin lenken, wo es benötigt wird, die Lichtmenge reduzieren und am besten bernsteinfarbenes Licht verwenden. Und das auch bei Ökostrom!“.

Weitere Infos zu diesem Thema gibt es unter www.bund-rhein-neckar-odenwald.de/nachtretter und im BUND-Umweltzentrum, Willy-Brandt-Platz 5 (im WeltHaus), 69115 Heidelberg, Telefon 06221/182631.

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