Von schwierig zu schön

Den Vorgarten harmonisch gestalten

Der Vorgarten ist für viele Hausbesitzerinnen und -besitzer ein eher leidiges Thema. Er soll gut aussehen, aber möglichst wenig Arbeit machen. Gar nicht so einfach, denn die Fläche zur Straße hin bringt eine Reihe gestalterischer Herausforderungen mit sich: Wenig Platz, häufig schmal, zu viel Schatten oder zu viel Sonne... hinzu kommen ganz praktische Elemente, die integriert werden müssen, wie ein Briefkasten, Fahrradständer oder Sichtschutz für Mülleimer. Da ist guter Rat gefragt!

Vielfältig und praktisch

„Vor der Planung und Bepflanzung eines Gartens, ganz gleich ob vor oder hinter dem Haus, muss man sich die örtlichen Begebenheiten genau anschauen“, sagt Achim Kluge vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL). „Wie groß ist die Fläche, wie die Lichtsituation, die Bodenbeschaffenheit?“ Vor allem Grundstücke in dicht bebauten Siedlungen bieten meist nur wenig Raum für Bepflanzung. Die Häuser rücken näher an die Straße, um dem Privatgarten hinter dem Haus mehr Raum zu geben. Dadurch trennen nur noch wenige Quadratmeter Gebäude und Gehweg. Nicht selten verlaufen die Vorgärten sogar schlauchartig entlang der Hausmauer und sind nicht viel breiter als einen Meter. Da braucht es ausgewiesene Pflanz- und Pflanzenkenntnis – zum einen, damit das Grün sich trotz beengtem Erdraum gesund und gut entwickeln kann, zum anderen, damit das Gesamtbild nicht langweilig wirkt.

„Gerade bei wenig Fläche lassen sich Gartenbesitzerinnen und -besitzer häufig dazu verleiten, nur niedrige Pflanzen miteinander zu kombinieren“, so Achim Kluge. „Als Experte für Garten- und Landschaftsbau rate ich in den meisten Fällen aber davon ab. Denn ohne Höhenunterschiede wirkt der Vorgarten in der Regel eher eintönig.“ Landschaftsgärtnerinnen und -gärtner integrieren daher gerne imposante Ziergräser wie Pampasgras oder auch klein bleibende Bäume mit kugelförmiger Krone. Mit ihnen lassen sich Blickpunkte schaffen und zugleich schmucklosere Elemente, wie Mülltonneneinhausungen, auf attraktive Weise kaschieren. Achtet man zudem auf unterschiedliche Blühperioden, kann man sich im Laufe des Jahres immer wieder neu am Vorgarten erfreuen.

Durchdacht und individuell

„Neben der Bepflanzung spielen natürlich auch die individuellen Anforderungen an den Vorgarten sowie die baulichen Elemente eine wesentliche Rolle“, betont Achim Kluge vom BGL. „Kommen die Menschen meist spät nach Hause, dann ist ausreichend Beleuchtung wichtig. Fahren die Familienmitglieder viel Fahrrad, ist ein Fahrradständer eine gute Idee. Sind einige Hausbewohnerinnen und -bewohner nicht mehr so gut zu Fuß oder haben eine andere Einschränkung? Dann sollte unbedingt auf Barrierefreiheit geachtet werden.“ Das alles bespricht man am besten von Beginn an mit einem Profi und lässt sich die verschiedenen Möglichkeiten durch den Kopf gehen. Gestalterisch ist auch auf kleiner Fläche fast alles realisierbar, so dass der Vorgarten nicht nur schön aussieht, sondern auch bis ins Detail zu den Menschen, die hier leben, passt – und zugleich ihren persönlichen Geschmack widerspiegelt.

Insbesondere von Neubausiedlungen kennt man das Bild der monotonen Häuser mit jeweils gleicher Farbgebung der Fassaden, der Haustüren und Fensterrahmen. Im Vorgarten bietet sich hier die einzige Möglichkeit, eine individuelle Note zu setzen, dem eigenen Haus von außen einen eigenen Stil zu geben und im besten Fall zu einem Schmuckstück für die Straße zu machen.

Mehr unter www.rettet-den-vorgarten.de.