Mundgeruch kann Hinweis auf Erkrankung des Zahnfleisches sein

Neue Sprechstunde der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde am Universitätsklinikum Heidelberg bietet Hilfe bei anhaltendem Mundgeruch

Heidelberg. Chronischer Mundgeruch ist nicht nur unangenehm für das Gegenüber des Betroffenen, sondern kann auch Zeichen einer Erkrankung zum Beispiel des Zahnfleisches, der Rachenmandeln, der Speiseröhre oder des Stoffwechsels sein. Eine ausführliche Abklärung möglicher Ursachen bietet eine neue Spezialsprechstunde für Mundgeruch in der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD). Dabei werden zunächst die häufigsten Ursachen, Erkrankungen der Mundhöhle wie etwa chronische Zahnfleischentzündungen und Parodontitis, abgeklärt. „Die Sprechstunde fußt auf einem interdisziplinären Ansatz: Werden wir Zahnmediziner nicht fündig, können beispielsweise die Kolleginnen und Kollegen der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder der Inneren Medizin übernehmen“, erläutert Sprechstundenleiter Dr. Valentin Bartha. Die Sprechstunde findet werktäglich von 13 bis 16 Uhr nach telefonischer Anmeldung statt und ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die Behandlung der dabei entdeckten Erkrankungen wird in der Regel von den Kassen übernommen.

Bestandteile der Sprechstunde sind ein ausführliches Vorgespräch, eine Atemluftprobe sowie eine eingehende zahnärztliche Untersuchung. Häufig sind die Ursachen gut zu finden und zu beheben: Kann man an der Zahnhygiene nachbessern, indem man den Zahnzwischenräumen mehr Beachtung schenkt? Ist ein Zungenbelag die Ursache des Geruchs? Stimmt die tägliche Trinkmenge? Sind möglicherweise bestimmte Medikamente oder Nahrungsmittel schuld, die man ersetzen beziehungsweise vermeiden kann? „Häufigste Ursache ist statistisch betrachtet jedoch eine Zahnfleischentzündung, die sich zu einer Parodontitis ausweiten kann. Je früher diese konsequent behandelt wird, umso besser“, so Dr. Bartha. Neben der Behandlung gibt es Anleitung zur effizienten Mundhygiene sowie – bei Bedarf – Ernährungsberatung. Zweithäufigste Ursache sind mit Bakterien besiedelte Rachenmandeln – das Einsatzgebiet der HNO-Expertinnen und -Experten in der Kopfklinik des UKHD.

Erste und einfache Gegenmaßnahmen bei Mundgeruch sind: zweimal tägliche Zahnreinigung, dabei Verwendung von Zahnzwischenraumbürsten, Zungenreinigung mit Bürste und Zungengel, ausreichend viel trinken und regelmäßige Kontrollen bei Zahnärztin oder Zahnarzt.

Terminvereinbarung Mundgeruch-Sprechstunde per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder unter Telefon 06221/36020, Montag bis Freitag 13 bis 16 Uhr.

Infos auch unter https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/mund-zahn-kieferklinik/poliklinik-fuer-zahnerhaltungskunde

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